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Dienstag, 22. November 2016

Domnapf

Am Domnapf blüht der Wolframsleuchter.

Siehe

http://karlsruheseltsam.blogspot.de


Freitag, 18. November 2016

Wächter der Liebe,


Wir alle sind Wächter der Liebe,*
zu bewahren den Raum vor Einsamkeit.

Wir sprangen hinaus
in die Horizonte und Triumphe des Abenteuers.
In die Arme der Lust.

Es werde Ich.

Und in der Rose der Brodem des Drachen.
*
Wir siegten, verloren und flohen getroffen.
Nun schlafen wir im Schatten der Pforte.

Weh! Der Drache Einsamkeit.
Ach Liebe!
*
Wir alle sind Wächter der Liebe.
Laß uns einander verzeihen
das Kämpfen, das Fliehn!


*: auf eine Entdeckung von Linda Gray Sexton

Treiben



Ich rudere nicht,
Ich treibe.
Ein Strom, eine Strömung im Fluß,
Vom Ufer gerissen,
Treibend.
*
Wohin auch rudern?
Wozu?
*
Es ist erfüllt von Farbe, das Leben
Und grau,
Und Regen regnet bis die Sonne scheint.

Traurig und froh
Ist es,
Zu treiben in Gott.

- Versuch der Antwort
an einen Skorpion von einem Wassermann -

18.11.16 Klaus Wachowski

Donnerstag, 17. November 2016

Eltern

Mit Schmerz, nicht mit Schmutz beworfen

Donnerstag, 10. November 2016

Jahr des Hool

Im Jahr der Barmherzigkeit gewinnen Haßpredigten Wahlen

Eine Bewegung der Unbarmherzigkeit hat die Welt ergriffen. Du glaubst doch nicht, daß der Obdachlose eine Chance hat, wenn er den Kriterien der Bruderschaft vom Stammtisch nicht entspricht!

Elf - Egalite, Liberte, Fraternite

Der Anspruch auf Gleichheit vor dem Gesetz schützt den Egoismus zwar vor dem Untergang, hindert ihn aber auch an der Entfaltung.

Auch in der Freiheit ist der Egoist zu Hause. Aber solange er nicht Hai ist, ist es beschwerlich bis elend.

In der Brüderlichkeit der "wahren" und "reinen" Nation, Rasse, Klasse, Kirche vereinigt er sich mit den anderen Egoisten "seiner Art". Der Nachteil an Verlust von Freiheit gleicht der Zuwachs an Sicherheit aus, den die Herrschaft über "Andere" verschafft. Er braucht keine Barmherzigkeit, hat er doch das Versprechen seiner Kameradschaft.
Menschlichkeit, Barmherzigkeit für Andere ist ihm nicht nur seltsam, krank oder unwirtschaftlich, sondern -wie der Nazi nach Logik des Ork verlauten läßt- defaitistisch, Verrat (auch "wahre" Sozialisten sollen sich derart geäußert haben.)
*
Der Du Mensch bist, sei es nicht "zuerst mal hier", sondern dort, wo Menschen sind.

Auch die Zeit der Freiheit war nicht gut für die Menschlichkeit. Aber unter den Plagen des Dschungels konnte auch sie sich entfalten - wie leider auch Bosheit und Haß.

Unter Gleichen hatte sie ebenfalls ausreichend zu tun, insbesondere um den Abweichenden gegen die Verfolgung zu helfen.

Aber in der Bewegung des Ego ist sie das erste Opfer.

Sie hat  d a s  nicht gewollt.
*
Was kann sie tun?

Gegen Wellen setzt man Wellenbrecher ein; schwimmt die Gewalt wie der Fisch im Wasser, versuche man es zum Kochen zu bewegen.

Wie die Bewegung des Ich-zuerst zur Herrschaft kam, indem sie das Vertrauen zerstörte, Mehrheiten gegen Minderheiten hetzte, Einzelne dem Haß vorwarf, um schließlich die isoliert umhertreibenden Ängste unter dem einen Haß gegen das Projekt Mensch, gegen das Projekt Person zu einigen,
kann die Menschlichkeit der Bewegung des Hasses begegnen, indem sie aus der Bewegung wieder die Einzelnen macht, aus deren freiwilliger Unfreiheit sie gegossen ist. Indem sie den einzelnen Haß, seine Angst und Unbarmherzigkeit zeigt, und in den anderen Einzelnen wieder das Gefühl des Mitleids und der Gleichheit der frei Geborenen weckt.

Ein weit gespanntes Projekt über die Jahrhunderte immer weiter neu. Es ist wie in meiner Stadt: als wären die Straßen dazu da, dem Bau unaufhörliche Beschäftigung zu geben. So dem anständig gebliebenen in den Straßen des Ich-Ich, die nun umgetauft werden in das "Wir zuerst".

Klaus Wachowski 10.11.2016

Mittwoch, 9. November 2016

11 2016

Als Kind sah ich in eine düstere Vergangenheit,
Als Alter  in eine düstere Zukunft.
Eben, weil sie sagen: "Wie schön!" und:" Nicht  schlimm!"

Freitag, 4. November 2016

Philipp Roth schweigt

Philip Roth lernte ich erst mit 60 Jahren etwa kennen. Sein Roman über die "schwarzen Gestalten" hatte mich sofort überzeugt. Die Sprache eines freien Mannes. Die Welt ohne Wischiwaschi von aufgeblähten romantischen Vorstellungen. Ich selbst liebe das Pathos, im Roman hätte ich es gerne klar und mit viel Platz für die eigene Vorstellung.

Ich lese nicht gerne Romane, weil die Kopie des Lebens mir oft langweiliger erscheint als das Leben selbst. Manche Romane spiegeln aber etwas anderes: den Blick einer Person in das Leben. Das gefällt mir manchmal.

Schade dass Philipp Roth jetzt aufhören will mit dem Schreiben. Das kenne ich nur noch von Robert Walser. Ich verstehe das nicht.

Wer schreiben muss, der muss doch einfach schreiben. Vielleicht nicht gleich veröffentlichen. Aber man möchte doch auf seinen Gesang die Stimmen anderer hören. Natürlich auch deren Beifall.

Schade dass Philipp Roth nun aufhören will zu schreiben. Ich hätte doch gern erfahren, was ein kritischer Kopf zum Leben ab 80 zu einzuwerfen hat. Denn die Meinung eines Mannes, eines kritischen Kopfes zum Leben ist manchmal interessanter als das Leben selbst, das wiederum zumeist interessanter ist als die vielfältigen Kopien mit eigenen Späßchen in Romanen der Weltliteratur. Ich bedaure das. Aber vielleicht werde ich auch nicht so alt, dem Leben und dem Tod ohne den Erfahrungsschatz eines klugen Mannes zu begegnen.
Nobelpreis hin oder her.

4.11.2016