Translate

Montag, 23. Januar 2012

Im Spiegel ein Vogel

Voll von Ärger und Aufgaben gehe ich in einen grauen Sonnenaufgang unter grauen Himmeln. Die Bäume in den Gärten stehen entlaubt aber voll von Knospen unter der feucht glänzenden schwarzen Rinde. Ein Vogel sagt einen guten Tag.

Hallo, mein Freund! Wie schön, Dich zu hören, wenn Du mich so mitten im Rausch der Geschäftigkeit ansprichst. Du sprichst und öffnest mir die Tür in den Raum Alleinsein.

Wie still es ist, wie schön! Dein sprechender Gesang hat mich in ein schwarzes Spiegelkabinett entführt, in dem die Welt ein ernstes Gesicht zeigt. Ich betrachte das Wunder Sein.

Ich höre den Sprechgesang meines Freundes von der Ahnung Frühling.

23.01.12 

Montag, 16. Januar 2012

Sonntag, 8. Januar 2012

Am Baum weinen



Wenn mit Vernunft begabte Menschen des gesellschaftlichen Ehrgeizes sich mit Emphase an den Stamm eines Baumes werfen und mit ihm zu fühlen beginnen, fühle ich mich abgestoßen von der Heuchelei demonstrativer Frömmigkeit. Sie ist weit häufiger als etwa in der katholischen Praxis in der evangelischer Mucker und in der von Esoterikern anzutreffen.

Diese Frau aber nimmt wirkliche Fühlung auf mit dem Leben. Ihr ist auch der Baum Ich und Teil, über dessen Berührung sie leichter zum Fühlen von Ich und dem umfassenderen Ich Leben kommt. Ihr Weinen ist die Lösung von einem Schmerz und die Auflösung eines Leidens in einem neuen Anfang.

Sie lag lange im Koma und hatte das Glück, daß eine sensible Beobachterin und mitfühlende Verwandte sie aufmerksam beobachtete und an ihre unmerklichen Signale glaubte. In einer langen und intensiven Therapie kam sie zurück in ein Leben der Behinderung, voll mit Leben und Zukunft. Aus den dunklen Wassern des Koma folgte sie den Sonnenstrahlen des Schmerzes ans Leben.

Ich hatte eine Migräne-Attacke und wünschte mich wieder einmal ins Nichts. Jene Dankbarkeit für ein Leben  auch im Dornbusch, half mir dabei, auf eine Tablette zu verzichten. Natürlich sehnte ich den Schlaf herbei. Aber die Zeit bis dahin war von der Gewißheit erfüllt, der Schönheit der Existenz bald wieder zu begegnen.

All die gewaltigen Lösungen und Erlösungen der Religion, Kunst und Moral können sehr enttäuschen. Jesus so gut wie der Baum des Primitiven und die Wagner-Bommel von Musik. Der Anblick eines Menschen, der sich selbst begegnet und das Wunder Leben bestaunt, hilft staunen und auf die Möglichkeit Leben vertrauen. 

Halleluja.

08.01.12