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Sonntag, 17. April 2011

Raum Lächeln

Auch Lächeln ist ein Raum.
Auch der Nachttopf ist Issa.

Es entsteht in dem Augenblick, in dem das Kind sich von der Brust löst. Gestärkt von der Liebe tritt der freie Erdenbürger in das Licht und lächelt. Es öffnet sich eine Welt namens Vertrauen. Es kommt von Berührung, , es berührt. Und Ihr blüht auf. Gleichzeitig, als wärt Ihr durch eine Wurzel verbunden.

Es hat etwas Impressionistisches. Es färbt im Sommer Wiese und Lichtung. Es füllt den Winter mit dem Versprechen eines Kerzenlichts. Und am Grab gibt es den Trost einer Umarmung.

Deshalb ist selbst das höfliche Lächeln das Offenhalten einer Tür in einen Raum. Er hisst Gemeinschaft. Und unter Freien: Gleichheit.

Ein Lächeln biegt um die Ecke und entzündet in Dir ein Lächeln. Und Erinnerung an Liebe und Freundschaft.

30.3.2011        Klaus Wachowski

Sonntag, 10. April 2011

Barbie- Change


-Nach dem Barbietur im PISA-Gymnasium-
Ken riecht den Duft des Hyazinth und wird in die Frühlingswiesen seiner Kindheit gezogen. Ein Cherokee im Schloss der rosa Träume! Wie konnte das geschehn? Er muss ein Pony führen, während das letzte Einhorn hinterm Horizont sein Todeslied anstimmt!
Barbie ruft nach ihm, als sei er ihr Knecht. Eine Welt aus Plastikträumen.
Er legt den Anzug ab und geht in irgendeinem dunklen Outfit aus dem Tor. Dann steigt er den Hügel hinauf, wirft einen letzten Blick auf die Anwesen der guten Ordnung und der im Genuss verfaulten Liebe. Hier ist sein Leben im Nichts versunken. Den Rest möchte er für die Suche nach dem Sinn und für das Sterben verwenden. Was er sucht außer so irgendetwas von Rückkehr, kann er nicht sagen.
Der Duft des Hyazinth ist auch hier überall präsent. Wie beteten noch die seltsamen Baptisten? Etwas von "König Jesus" und "Herr Gott". Erzähle einem Indianer nichts von Herren und Königen! Das ist etwas für Feiglinge in blauer Uniform. Was meinst Du, Bruder Jesus?
Er gibt dem Pony einen Klaps und läßt es frei. Kaum zu glauben: es kehrt um in den Garten der keifenden B. 
Wie gerne hätte er sie mitgenommen, um ihr die schweigenden Schönheiten seiner Welt zu zeigen. Aber sie hat zu große Angst vor der Einsamkeit.
Macht verweht vor den rauschenden Farben der Täler. Liebe verliert sich in den Hoffnungen des Wegs. Und was soll werden, jetzt, wo Du alt bist?
Im Zimmer eines schmutzigen Gasthofs erwacht er vom Grölen der Getriebenen. Er sieht den Blutfleck an der Wand der Wellness-Baracke. Ob der Wirt wirklich ein Wirt ist? Weit hinter dem Mond hört er das Einhorn.
Als er am Morgen den Weg in den Wald einschlägt, überfällt ihn der Schmerz. Auf einem Stein im Quellbach kommt er wieder zu sich. Die Wellen zerbrechen das Bild seines alten Gesichts. Er sieht etwas wie den Kopf eine weißen Pferdes. Er fühlt das Schneiden eines Abschieds. Dann folgt er dem Bachlauf. Der in den Bäumen gefangene Wind flüstert eine uralten Schmerz.
Ein Rätsel liegt auf dem Weg. Als Ken darüber stolpert und einen ziemlich lächerlichen Anblick gibt, stellt es die Fragen Freiheit und Liebe.
Barbie schreckt auf. Wo ist ihr Begleiter? Sie hört den Ruf des Vogels Einsamkeit und steigt noch im Schlafanzug auf ihr Pony. Furchtsam durchstreift sie die Schluchten des Alters, das Pony strauchelt auf nebligen Pfaden. Erbarme Dich!
Am Abend kehrt sie mit einer von Verzweiflung dunklen Seele zurück. Hündchen Tanner begrüßt sie mit freudigem Bellen. Am Pool steht Ken mit Ihrem Lieblingshandtuch und einem Wellness-Wässerchen von Bio. Ein Duft nach Hyazinthen liegt über dem Rasen. Aus den Gärten Isfahans klingt der Ruf des Pfau herauf.
Und Du, der oder die da glaubt, alleine zu sein, weine! Sei stolz auf die Tränen der Freien.
Dann aber sieh. Vielleicht ist Deine Freude nicht zu wild, den Gesang des Einhorns zu hören. Mir klingt er wie ein Gedanke an Gott.
10.04.11 Klaus Wachowski