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Donnerstag, 30. Juni 2016

Falsch ausgestiegen-- aus dem Tagebuch


  • Der Wind flüstert: "Damals".

Ich setze dem Wort kleine gelbe Sterne auf.
Das Unvermeidliche darf nicht fehlen: Vogelzwitschern.

Einer mit großem Holzkreuz auf der Brust.
So trug er den roten Stern auf der Mütze: "Seht her!"
Ein anderer Alter mit zerschlissener, gelber Tasche, forsch: "Das will ich sehen!"

Treibsand: Intrigant und Primadonna haben mit goldenen Schäufelchen die Sandburg meiner Arbeit platt geschlagen. So entstehen Mythen gegen das Düstere im Nichts, in dem wir schweben.

In Endos Buch sagt der ketzerische (japanische) Katholik: "Ich bin nicht eurer Meinung, daß Gott ein Wesen ist, das sich außerhalb des Menschen befindet und zu dem wir aufzublicken hätten. Gott existiert im Menschen. Er ist die große Kraft des Lebens, die den Menschen einhüllt, die Bäume einhüllt und die Gräser und Blumen einhüllt."

Auch ich denke trotz allem und allem an das Leben mit einem Ja.

30.6.16 Klaus Wachowski

Dienstag, 28. Juni 2016

Barmherzigkeit



Eine Kirche in K

Ich höre das Wort Barmherzigkeit.
Ist Solidarität nicht näher der Würde?
Die Tränen kommen beim ersteren:
Nimm Dich des Leidens an!

Wie entsteht eine Atmosphäre?
Das Gefühl sagt: "Diese 15 Menschen sind
voll von schweren Gedanken."
"Alles gut.", lächelt draußen etwas Eso vom Plakat.
Als das Lied 355 angestimmt wird,
versagt die Stimme beim Wort Barmherzigkeit.
*
Ich bin getroffen,
aber Barmherzigkeit habe ich nicht erfahren.
Sie war nicht stark genug.
Umso mehr trifft mich der Ruf nach ihr.

Die Vernunft schüttelt den Kopf.
*
Die Versammlung löst sich auf.
Man geht zurück in den Alltag, wechselt in Ziele.
Für einen Augenblick war Gemeinschaft
in Anschauung einer weiten Seele.
Da ist eine Sehnsucht unter aller Weisheit.
*
Da ist ein großes Versprechen in der Welt.
Es ist -bei Gott!- nicht allmächtig.
Aber es will
Barmherzigkeit.

Mittwoch, 15. Juni 2016

An Dich denken



Es gab eine Zeit, da hielt ich Deine Hand.
Es war Freude.

Und als ich Dich über die Wiesen, durch die Pfützen springen sah, 
als Du plötzlich zu singen begannst,
Und als Du in Dich hinein lauschtest, als Du strittest, Dich versöhntest,
Und als Du zurückkehrtest in das Vertrauen
war Glück.

Wenn ich in mich hineinhöre, möchte fühlen als sei neben meinem Herzschlag Deiner.
Wenn die Strassen sich von Menschen leeren, Stille sich in die Bäume senkt,
ist es als wäre da Deine Stimme.

Wir sind von derselben Vergangenheit. Glanz war in unseren Augen.
Lasst uns umarmen! Ohne Berührung fühlt die Seele sich so leer an.

In unser Leben eingewirktes Leuchten,
begleite uns weiter.


14.6.16

Montag, 6. Juni 2016

Circles

Circles in KA

Was schwimmt und schlägt da Wellen
in der Luft, Musik und Sehnsucht?
Was fragt und gibt sich selbst die Antwort?
Liebe schaut verwirrt hervor
aus tausend Blättern Ich.

Because we live,
because we grow and flow.

Das hüpft und springt
und kauft und in sich singt
es Luft, Musik und Sehnsucht.
Ja, frage mich,
doch gibt mir andre Antwort.

Because we live,
so we must grow and flow,
as love confused
in thousand leaves of
|: ego.

Klaus Wachowski 6.6.16

Freitag, 3. Juni 2016

Durch Gottes Straßen gehen

Durch Gottes Straßen gehen
Selbstverständlich von Menschen verbaut. Was uns geschah, er hat es nicht verhindert. Oder sie, es. Wie sollte er/sie/es das können? Er/sie/es wollte es - nicht!!
Das glaube ich. Er/sie/es ist Mensch geworden, verzweifelt. Ruft von Mensch zu Mensch: all You need is love! Wer schwatzt von Allmacht? Braucht es das?
Ein Netz von Amselliedern atmet über der Rheinebene. Es braucht nicht Kunst, um Glück zu fühlen.
Eine Gewaltphysiognomie, gewaltig fett und Bier, ein Knast von Burkha. In der Stadt! War die Stadt nicht Gebiet der Freien?
Ein "Freund" belehrt mich, was ich zu fühlen hätte. Eine Erinnerung spricht von Verrat der Freundschaft an den Profit, eine andere von dem an eine Ich-Erektion. Die brechenden Schreie des Narziß zur Nacht: "Vater, Vater! Mein Beifall!" Jetzt gibt's Schlabberteig vom Sloterdijk. 
Und aus dem kleinen Park am Denkmal des wishful thinking webt Stimme auf Stimme an der Freude. Hast Du gesehen, wie die Gräser sich wiegen, wie die Samen der Bäume einsinken? Mein Kind, setze Dich in die Aufmerksamkeit.
Sind da noch Gottes Straßen? Auch Helge Obdachlos glaubte ihn nicht. Aber den Menschen. So tue ich. Wie steht es im Johannes? "Du glaubst nicht an den Bruder, den Du siehst. Wie willst Du Gott glauben, den Du nicht siehst?"
Holunder duftet, eine gelbe Rose duftet. Die Liebe und der Mensch. Niemand muß glauben, was ich nicht leugnen kann.
Karlsruhe, den 3.6. 2016                 Klaus Wachowski