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Freitag, 28. September 2018

Die Burg

Die Burg

Ein "Oh!" für den Herren,
Ein Gähnen der Not.
Lies nach in den Schriften des Bauernkriegs.

Herrliche Aussicht,
Bus dröhnt an Bus,
Wo Hunderte staunen ins Bild.

Und den Alten langweilt,
Was dem Jungen zu viel.
Im Wichtig vergehender Wert.


Was bleibt als Pizza und Döner,
Eis und Eintritt zu saftigen Preisen,
Sich im Auftrieb verlieren, im Jetzt.

Aber da ist Freude in Dir,
Sonne in Blumen und Bäumen,
Berührung und Liebe, das Ja.

29.9.2018 Klaus Wachowski


Donnerstag, 13. September 2018

Die Eicheln fallen

Der schöne Schatten eines exakt geraden Gebäudes auf einer gebogenen Wand. Er wird unterbrochen von in einer Fensterfront gespiegeltem Sonnenlicht. Ich bin alt und darf sehen.- Gott versenkt sich in die Wirklichkeit.

Sie spricht zu uns davon, wie es ist, wenn sie in den Himmel sieht. Man spürt ihre Berührtheit.

Ich denke an Didion: "Das Verlorene habe ich in die Wand gestellt. Sie ist immer bei mir."

Gut gesehen. Beide.

Ich sehe auch die Spinne in der Blüte, den Mann der Haßpartei im Parlament.

Und doch will ich vertrauen!

In den Himmel schauen. Und neben mir blicken die vielen anderen kleinen Einsamkeiten von Schwester Sehnsucht, Bruder Schmerz hinaus.

Da draußen ist die Welt ganz innen. Die Berührung mit der Wirklichkeit ist wie die Gottes, von dem oder der ich mir kein Bildnis mache.

Ich schaue auf zu den Bergen. Von wo kommt mir Hilfe?

Sie sieht hinaus in die Nacht voll Lichtern, die einen weichen Mantel Schlaf bereitet. Ins Licht. Amen.

Klaus Wachowski 13.9.2018

Montag, 10. September 2018

Einmal war ich wichtig

für bestimmte Personen. Jetzt noch für die eine oder andere Erinnerung. Weniger wohl, als ich glaube.

Tausend Blätter werden von der Sonne beleuchtet.Ich würdige nur wenige, plötzlich öffnet sich der Blick auf den Horizont. Es gibt tausend Horizonte.

Beim Blick im die Longlist kommt mich, gewiss ist es unfair, ein Gähnen an. Na ja, Con-fabulieren über fas Leben gibt ihm einige bunte Lichter.

Ich stoße auf Blaue Stunden der Didion. Einer von tausend Horizonten. Ein Blick öffnet sich. Es gibt Berührung des Wortes.

Schön, das erleben zu dürfen.

Ach ja, auch ich war einmal wichtig. Ich kehre zurück zu mir. Lerne wieder die Sehnsucht zum Horizont.

Sonntag, 9. September 2018

Didion Blaue Stunden Kap 19

Betrifft schreiben im Alter. Scheint mir eingängig. Erfahrungen, die mir Phil. Roth u a erklären.

Seid  n i c h t gnädig mit uns.

Lest uns -viel-  später und versteht unser immer längeres Schweigen...

Wert und Verlust

Didion hat das Problem, sich für ihre bevorzugten Lebensumstände entschuldigen zu müssen, ich muß darauf achten, die Wetze unserer weniger bevorzugten Mittelstandsexistenz nicht aufzubauschen.

Der Punkt ist doch -Verlust. Die Werte verlieren sich. Verlust ist immer = 1...

Freitag, 17. August 2018

Tod ist auch etwas

Der Tod

Wenn der letzte Gedanke das zerfallende Gehirn verlässt, ist die Seele entzwei. Wandernder Staub, verebbende Welle. Auflösung im Alles. Einsinken. Das Individuum zeigt sich nun doch als teilbar, vernichtbar. Ein Zusammengefügtes, das nun zerfällt.

Ihm kann gleichgültig sein, was mit ihm nach dem Tod geschieht. Das Sterben, der Akt der Auflösung ist seine Angst und Furcht, wie das Ins-Leben-treten, das sich-darin-bewegen- dürfen sein Glück und seine Sorge waren, wenn es nicht etwa in eine von Menschen geschaffene Hölle verschlagen wurde.

Dr. Smirc ist empört: "Der Tod? Überall will er mitmischen! Gräbt seine Furchen in die Existenz, zerschlägt mit seiner Schaufel - ja, sie ist schärfer als Deine - die Sandburgen  des Kindergartens Leben. Aber der Sand bleibt!"

Dr. Warnix, Psychagog und Angehöriger einer untergegangenen Dialektkultur: "Wie groß doch Deine Erwartungen sind! In Hollywood Diva sein wollen und dann in einem Trump-Archiv Haare auffegen müssen! Das hast Du Dir wahrlich nicht erträumt.

Ich denke an Goethe. Es gibt Hunderttausende von Einserabiturienten. Glaubst Du, daß Du "es bist"? Sie sind es ebenso wenig. Auch ich glaubte einmal, berufen zu sein.

Das einmalige Leben erleben. Berufung genug. Und so versuche ich bei den vielen zu bleiben, die einander helfen.

Gott macht den Staubsauger aus, um den Schlaf des Zenmeisters nicht zu stören. Spendiert mal wieder einen Flachmann Freude. Prost! Jean Paul bringt einen Toast auf die neue Frühlingswiese aus. Literatur und Theologie sind sich einig: Dem Mann ist nicht zu helfen. Blau ist der Himmel

17.08.2018

Freitag, 10. August 2018

Sich verlieren

Tod auf Raten im ZDF

Die Wellen des Meeres
kommen und gehn,
kommen und gehn,
rauschen auf und vergehn.

Der Erinnerungskranke sieht aufs Meer. Er ist glücklich. Seine Frau hat gesagt, sie komme gleich wieder. Wir weinen.

Ist der Verlust des Gedächtnisses nicht ein Sich-Auflösen in der Welt? Teil der Rückkehr?
Da ist eine Ahnung von einschießender Langeweile, eine Ahnung von Irritation.
Da war doch Glück? War da nicht auch Leid? 
Ja vorher, irgendwann...

Dieses Ich löst sich nicht in der Wiederkehr der Wellen auf! 
Es ist auch nicht so, daß "die Festplatte gelöscht" wäre.
Das Tuch der Erinnerungen ist nicht glatt gezogen.
Es ist erstarrt.

Er ist ein versteinerter Baum,
von Zeit umspült bleibt er am Strand zurück.

Er erkennt uns nicht mehr,
Er versteht seinen Körper nicht mehr,
Er ist.
In sich verloren wartet er auf Wiederkehr.
Er begreift und glaubt den Verlust nicht.

Wie gut, daß er vor der Vernichtung seiner Zukunft keinen Verlust erleben musste.

Nur uns kann die Zeit vielleicht den Verlust noch heilen,
Wir können noch hoffen auf neue Faltungen neuer Erinnerung über den tief durchzogenen Stoff des Ich.

Bis auch er sich auflöst in Sand und Welle.
Wo wir und Du wieder sein werden, was wir waren.

Sieh hinaus, armer, froher Freund und höre das Meer.
Wir werden kommen und gehn,
Kommen und gehn.

10.8.2018 Klaus Wachowski