Des fliegenden Roberts Ankunft
(ohne
KI erstellt) Nachtrag zu Achim, Barbie und Scheidl
Als Hans Guck in die
Luft am Ufer nach oben sieht, sieht er Robert davon fliegen in ein Stück von
Wolken freiem Himmel. Es ist Totensonntag und Altersvorsorge der Jungen Union,
ein extremer Kultuschrschock.
Unten schreit
der Lehrer Scheidl, Urgroßvater von Birkenreisig: „Komm zurück, Du Flegel!“
Kollege Lämpel hebt den Zeigefinger. Aber Robert ist schon weit ab. Die Grenzen
des Nazireichs, der sozialistische Schutzwall, Trumps Festung der
Unbarmherzigkeit und das massakrierte Palästina liegen hinter ihm.
Schon öffnet sich der
Himmel über den Pelew-Inseln.
Nach Pelew
Er hätte sich ja noch
in die Karibik treiben lassen können. Aber eine Woche Jetstream reicht und hier
in der fernen Südsee kann er seinen guten Namen ebenso leicht in Robinson
ändern, wo Melville schon den Berg herunter gekrochen ist. 60 Jahre liegen zwischen
Keate-Pelew und Omoo- Melville und 70 Jahre vor Pelew schrieb Defoe schon den
Robinson (Landung in der Karibik) Und was war mit dem fliegenden Robert? 125
Jahre. Er erschien 2 Jahre vor Melville….
Robert hört die beeindruckende Rede des
Präsidenten von Palau ,Surangel Whipps, zum Steigen der Überflutungen, zu
Taifun und Versalzung der Felder. Aber er muss hinab.
Der Alte auf der Terrasse, der zu den Bergen
ausschaut: „Von wo kommt mir Hilfe?“ sieht Robert am Schirm herabsegeln. Traurige
Gurus ohne Sekten fallen mit ihm gleichzeitig aus allen Wolken. Ein Literatur-Preisträger gießt sein ganz
persönliches Weiß in die Farben des Lebens.
Ist das da unten nicht das Stadtbild von Brilon
oder das A-Bomben-Testgelände? Russische Drohnen made in China erhitzen die
Luft über dem Dschungel.
Keate meint in Forsters Übersetzung: „Die auf
dem Floß und in der Schaluppe befanden sich eine halbe Stunde lang, bis sie das
Korallenriff im Rücken hatten, in einer fürchterlichen Lage.
Die Wogen und Brandungen gingen so hoch, daß
sie oft einander nicht sehen konnten, und auf dem Floß mußte sich jedermann
entweder festbinden oder mit allen Kräften anklammern, um nicht herabgeschwemmt
zu werden.
Nein, das sind nicht die Riffe der
Unbarmherzigkeit, die nach Frontex ruft und an denen das Leben von Flüchtlingen
zerschellen.(Schreib Du das Kapitel. Wie bringt man die Schiffbrüchigen Käptn
Wilson vor Pelew und Säugling Amina vor Santorin zusammen?) Das ist ein
Trumpsches Wir-zuerst.
Als Robert schließlich in den Keller geht,
den Biomüll zu entsorgen, klebt an der Tüte ein gelbes Ginkoblatt von Goethes
Weihrauch des Glaubens an Ich-Ich. Jean Paul, der „Chinese von Bayreuth“ und
eben deshalb nicht Wahn wie Wagner hätte wohl Sympathie mit Robert empfunden,
und Anton Reiser erst!
Fragen an das Selbst
Ja, wohin flogst Du, Robert
Robinson? Nur Hans Guck in die Luft verfolgte Deine Reise. Da war nicht viel
Abenteuer und Triumph über Feinde und Knecht. Und es war auch keine Reise in
das Innere.
An wenigen dünnen Wurzeln schwanktest
Du im Licht und Halblicht des Tages. Es waren da Vergegenwärtigungen der
Vergangenheit, Sehnsucht nach und Reue über vertane Tage, Sehnsucht und
Verlangen nach Verwirklichung in Räumen der Kindheit…
Manchmal
beim Betreten des Kellers hörst Du die Stimmen Scheidls, Lämpels, ja
Birkenreisigs.
Und es klingt in Dir auch im
fernsten Pelew:
Birkenau
entkommen,
Birkenau löschen.
Klaus Wachowski, 18.11.25
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