Dienstag, 18. November 2025

Des fliegenden Roberts Ankunft

 

Des fliegenden Roberts Ankunft

(ohne KI erstellt)   Nachtrag zu Achim, Barbie und Scheidl

Als Hans Guck in die Luft am Ufer nach oben sieht, sieht er Robert davon fliegen in ein Stück von Wolken freiem Himmel. Es ist Totensonntag und Altersvorsorge der Jungen Union, ein extremer Kultuschrschock.

Unten schreit der Lehrer Scheidl, Urgroßvater von Birkenreisig: „Komm zurück, Du Flegel!“ Kollege Lämpel hebt den Zeigefinger. Aber Robert ist schon weit ab. Die Grenzen des Nazireichs, der sozialistische Schutzwall, Trumps Festung der Unbarmherzigkeit und das massakrierte Palästina liegen hinter ihm.

Schon öffnet sich der Himmel über den Pelew-Inseln.

Nach Pelew

Er hätte sich ja noch in die Karibik treiben lassen können. Aber eine Woche Jetstream reicht und hier in der fernen Südsee kann er seinen guten Namen ebenso leicht in Robinson ändern, wo Melville schon den Berg herunter gekrochen ist. 60 Jahre liegen zwischen Keate-Pelew und Omoo- Melville und 70 Jahre vor Pelew schrieb Defoe schon den Robinson (Landung in der Karibik) Und was war mit dem fliegenden Robert? 125 Jahre. Er erschien 2 Jahre vor Melville….

Robert hört die beeindruckende Rede des Präsidenten von Palau ,Surangel Whipps, zum Steigen der Überflutungen, zu Taifun und Versalzung der Felder. Aber er muss hinab.

Der Alte auf der Terrasse, der zu den Bergen ausschaut: „Von wo kommt mir Hilfe?“ sieht Robert am Schirm herabsegeln. Traurige Gurus ohne Sekten fallen mit ihm gleichzeitig aus allen Wolken.  Ein Literatur-Preisträger gießt sein ganz persönliches Weiß in die Farben des Lebens.

Ist das da unten nicht das Stadtbild von Brilon oder das A-Bomben-Testgelände? Russische Drohnen made in China erhitzen die Luft über dem Dschungel.

Keate meint in Forsters Übersetzung: „Die auf dem Floß und in der Schaluppe befanden sich eine halbe Stunde lang, bis sie das Korallenriff im Rücken hatten, in einer fürchterlichen Lage.

Die Wogen und Brandungen gingen so hoch, daß sie oft einander nicht sehen konnten, und auf dem Floß mußte sich jedermann entweder festbinden oder mit allen Kräften anklammern, um nicht herabgeschwemmt zu werden.

Nein, das sind nicht die Riffe der Unbarmherzigkeit, die nach Frontex ruft und an denen das Leben von Flüchtlingen zerschellen.(Schreib Du das Kapitel. Wie bringt man die Schiffbrüchigen Käptn Wilson vor Pelew und Säugling Amina vor Santorin zusammen?) Das ist ein Trumpsches Wir-zuerst.

Als Robert schließlich in den Keller geht, den Biomüll zu entsorgen, klebt an der Tüte ein gelbes Ginkoblatt von Goethes Weihrauch des Glaubens an Ich-Ich. Jean Paul, der „Chinese von Bayreuth“ und eben deshalb nicht Wahn wie Wagner hätte wohl Sympathie mit Robert empfunden, und Anton Reiser erst!

Fragen an das Selbst

Ja, wohin flogst Du, Robert Robinson? Nur Hans Guck in die Luft verfolgte Deine Reise. Da war nicht viel Abenteuer und Triumph über Feinde und Knecht. Und es war auch keine Reise in das Innere.

An wenigen dünnen Wurzeln schwanktest Du im Licht und Halblicht des Tages. Es waren da Vergegenwärtigungen der Vergangenheit, Sehnsucht nach und Reue über vertane Tage, Sehnsucht und Verlangen nach Verwirklichung in Räumen der Kindheit…

Manchmal beim Betreten des Kellers hörst Du die Stimmen Scheidls, Lämpels, ja Birkenreisigs.

Und es klingt in Dir auch im fernsten Pelew:

Birkenau entkommen,

Birkenau löschen.

Klaus Wachowski, 18.11.25

Keine Kommentare:

Im dunklen Haus

 Was vor der "Geschichte" war (siehe nächste Folgen Im dunklen   Haus Da liegt ein Blatt weißes Papier auf einem Stehtisch in ei...