Sonntag, 27. September 2026

Suchscheinwerfer

Searchlights

Als ich meinen Kopf über das Waschbecken hänge, fällt mir der Albtraum wieder ein

Das Fahrrad auf dem Boden zeigt nach oben. Die paar Hütten da? Sieht aus wie bei Ecki in Weyher, vor 65 Jahren.

Da hinten im Tal das sieht eher aus wie. Wie heißt das noch? Noben? Als ich den Helm den Abhang hinunterwerfe, sehe ich Blut an den Fingern.

Ich muss mal. Gott sei Dank bin ich im Wald!

 

Muss den Weg da runter. Nicht fallen!

Wer ich bin? Wer fragt das?

Die Häuser da hinten kenne ich nicht. Sacra! Ria oder Lina, wie heißt du noch mal? Hol mich doch endlich ab!. Was heißt: „Lebt nicht mehr!?“

Wo?

Wo bin ich? Weg mit dir!

Will heim, heim!

So träumte mir.

Schön kühl das Wasser.

27.9.26             Klaus Wachowski

 

Sonntag, 13. September 2026

September 2001

September


 Du springst ins Nichts,

Und da ist keine Gnade,

die Welt schreit vor Entsetzen auf.

 

Das Leben reißt,

wir starren leer von Tränen

in Deinen Schrecken, voll von Angst.

 

So stumm bist Du,

Du fällst

und fällst

und zwischen uns von Einsamkeit ein Abgrund.


Und unser Schrei fliegt auf,

und Deiner bricht herab,

Und keine Träne, diese Welt zu retten.


Красная Шапочка (Krasnaja Schapotschka) vom sächsischen Rotkäppchen

 

Das sächsische Rotkäppchen

Zu den Taugenichtsen gehören. 

Die Weidel listete darunter: "Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner."

Sonstige Taugenichtse benannte sie nicht näher.

 

Красная Шапочка (Krasnaja Schapotschka)

Im Wald der Wölfe schnaubt ein alimentierter Altpegide:

"Gott zum Gruße in Megedeburch!"

 

Rotkäppchen Krasnaja Schapotschka:

"Oh, was hast Du für einen fürchterlichen Rachen. Und die Zunge weiß wie Kreide."

 

Der Wolf im Pegiden:

"Heute back ich, morgen brau ich,

übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;

ach, wie gut, dass niemand weiß,

dass ich hähähähä ... heiß!"

 

Grossmutter Babuschka:

"Nimm dich in Acht mit dem Kopftuch, Krasnaja Mia,

der hat schon immer die Menschen gehaßt.“

 

"Aber Babulenka, das sind doch braune Soßen von den Grimms!"

Die kleine Mia springt davon.

 

"Ach, Schapotschka, meine Süße!",

Oma seufzt im Gedanken an die blonde Megäre,

eine richtige Hyäne, die sich fast totlacht, wenn sie es aus der Brandmauer rieseln sieht.

 

Der Wolf:

„Ach Krasnaja Schapotschka, was hast Du für große Augen? Zieh doch mal Dein Kopftüchel runter, 

damit ich Dich besser sehen kann.!“

 

Und, happs, hat er die Oma verschluckt.

 

Die Weidel ruft in den Wald: "Remigration!".

Das  Deutschland-Echo: "Resignation".

 

Aber da kommt der Förster aus Brilon und bläst ein kräftiges Halali:

"Du wirst Dich wundern: Wir diskutieren!“.

 

Oma Babuschke ruft wütend aus dem Wolfsbauch:

“Hol mich da raus!“

 

Der Rumpelstilz: "Gott zum Gruße aus Megedeburch!"

 

Die Ratte Catilina und die Schlange Caesar fallen über den Kuchen her 

und Rotkäppchen nimmt einen Schluck aus der DDR-Dröhnung.

 

Matteo, nimm Dich in Acht. Dort am alten Stalin lauern die Hater vom Telegram. 

12.9.2026 Klaus Wachowski​

Mittwoch, 18. Februar 2026

Fandango

 Fandango


"There is a light Fandango" 

und ein leicht eingefärbter Dunst

 schwebt um das Boot. 


Anne denkt an "rowing to god". 

Mich ankert die Trauer am Zenith.

Mach Dir kein Götzenbild aus ihm/ihr.


Am Bug die Sehnsucht, 

achtern die Wehmut. 

Das Herz schwankt 

und das Paddel fällt in die Woge.


Aber die Strömung zieht mich hinaus. 


Es wird ruhig. 

Die Sehnsucht entschläft, 

Die Wehmut versinkt in meinem Traum. 


Weiter und weiter, 

tiefer und tief. 


Die Wand vorm Horizont,

das Leuchten der Erinnerung.

Das Lied.


KW 2/26

Dienstag, 10. Februar 2026

Führung, Wille, Anstand

 Vorwort

Die folgenden Gedanken sind aus Erfahrungen aus meinem Leben in unterschiedlichen Rollen – als Beamter, als kritischer Beobachter, als jemand, der versucht hat, sich selbst treu zu bleiben. Meine Erfahrung mit Führung und Gehorsam. Führung braucht Klarheit, aber sie braucht ebenso Anstand. Entscheidungen verlangen, die Übernahme von Verantwortung, aber sie darf sich nie über die Würde von Personen hinwegsetzen.

Ich habe erlebt, wie Macht Menschen verformt – und wie wichtig es also ist, der eigenen inneren Orientierung zu vertrauen. Zugleich weiß ich, dass kein Mensch nur aus Vernunft besteht: Wir handeln, zweifeln und korrigieren uns. So entsteht und bleibt menschliche Gemeinschaft.

Dieser Text richtet sich an Leserinnen und Leser, die bereit sind, sowohl die nüchternen Anforderungen von Führung und Organisation zu sehen als auch die persönlichen Fragen, die dahinterstehen.

Februar 2026



Führung, Leitung, Wille und Anstand.  


Trump setzt auf Wille: "Ich zuerst". Und weil das Ich doch außer einer kriechenden oder besoffenen Gesellschaft auch gut bezahlte Helfer braucht, die Bestechung und Gewalt können, lacht er das: "Wir zuerst!". 


Aber zu einer von einem die Würde achtenden Führer ausgeübten Freiheit ohne Willkür gehört - Anstand! Das, was uns allen als Stimme des Gewissens von Innen her bekannt ist


Die Gleichheit ruft. Wozu denn überhaupt: Leiter, Leader, Führer, Bosse? Düsteres Kindheitserleben vergällte mir Jahrzehnte lang die Einsicht in einen Sinn von Führung und Leitung: Wo jede/r gleich wert ist, ist Führung, auch die beste, eine Beschränkung des Rechts, das Leben frei zu bestimmen.  


Weit verbreiteter Irrtum: Stärke/Schönheit und Kenntnis seien doch etwas ähnliches. Der Schulhof und das anschließende Berufsleben haben uns das Gegenteil gelehrt: der Kampf zum Herrschaft und Unterwerfung tobt bis zum Ende der Wichtigkeit und noch die Alten glauben an "Power" - Gewalt. Doch diejenigen, die wissen wollen, spielen im Sandkasten der Phantasie und später der Kunst. Sie werden nur geduldet, wenn sie zur Unterhaltung oder zum Erfolg von Herrschaft beitragen können. Wissen bremst ja den Willen auf dem Weg zum Ruhm, ist nicht Macht. Schläue wohl…


Wenn dann jemand, der oder die eigentlich wissen will plötzlich die Macht erkennt, Willen durch Schläue zu lenken, gründet er oder sie eine ideologische oder religiöse Blendung mit der verlockenden Aussicht auf Weltherrschaft. Der Verräter Macchiavelli war ja kein Mann der Weisheit, sondern Intrigant des Willens, der die Seiten von der Republik zur Fürstenmafia wechselte, als er nicht befördert wurde. In den Dienst des Willensmenschen Marx stellte sich der Intellektuelle Engels mit verkürzenden Spekulationen auf die Person als Produkt. Wenn dem Handke der Elfenbeinturm juckt, springt er dem Menschenverächter Milosevic bei und verrät seine Traumwelt. (Man/frau versuchte seinen Verrat an Vernunft und Anstand durch den Nobelpreis zu vertuschen.) Und der Begriffs-Phantast Sloterdijk wurde zum Nachbrenner der Herrschaft aus dem Labor mit bunten Thesen zur Zucht am Menschen. Sie alle sind "groß", wie ihre nachkriechenden Verehrer/innen posaunen.


Erkenntnis meines Lebens: Zum Helfen und Vertrauen geboren lernte ich,  dass mein Wissen nur selten gefragt und meine Hilfe allzu oft nur zu Herrschaft und Unterdrückung erwünscht waren. Aber den Weg der Kriecher und Herrscher, der Revierkämpfe von Schulhof und Organisation der Welt des Ehrgeizes wollte ich nach den Irrtümern erster Jugend nicht mehr gehen. Als Juso wurde ich wegen parteischädigender öffentlicher Kritik aus der Partei ausgeschlossen und unterstützte fortan nur noch dort, wo es mir im Sinn der allgemeinen Verantwortung angebracht schien. Nachdem ich Stamm und Rudel zu oft als Instrumente gegen die Person und das Gesamtinteresse erlebt hatte und mancherlei Freundschaft als Verrat an Menschlichkeit und Anstand, versuchte ich es mit Aufklärung, drang aber gegen die Tröten der Populisten und Ideologen nicht durch.  Meine Stimme war zu leise und die Botschaft des menschlichen Anstands und die Bedenklichkeiten der freien und gleichen, zugewandten Republik waren den Akteuren zu langweilig, den Propagandisten  zu zahm. 


Inzwischen wurde ich selbst „Leiter“, wobei ich dann doch etwas vom Anarchismus Abstand nehmen mußte: Eine Abteilung sollte frei zusammenarbeiten, kommunizieren und Wege finden. Aber die gemeinsame Aufgabe braucht eine besondere Verantwortlichkeit in einer Person, die in Zeiten des Handelns auf Weg und Orientierung achtet, insbesondere in Zeiten der Not, etwa bei Gefahr und Termin. Man folgt ihr vorerst durch das noch Unbekannte, aber man rechnet auch ab - als kritische/r Kolleg*in.


Die Wichtigkeit von Führung zeigt sich etwa bei der Verfolgung von Verbrechen und für das Verbrechen in der Organisation. 

Es braucht aber eben auch Kontrolle durch das Recht, das die Gemeinschaft setzt und durch das Recht der Person, das (von allen, nicht nur vom Chef) beachtet werden muss. 


Ich habe meine Schulhöfe voller Hoffnung und Erwartung der Welt verlassen, ohne bleibende Eindrücke hinterlassen zu haben. So ging es ja doch einigen. Ich durfte helfen, zum Glück nicht den Rudeln und Stämmen, aber manchen Einzelnen, den Menschen im Schwarm der Menschheit.


Mein Schreiben hat wohl auch nicht wenig vom Predigen gehabt. Zu Recht waren daher auch meine Räume der Andacht so leer wie die von aufgeklärten selbst nachdenkenden Christen. Ein Guru bin ich -Gott sei Dank, wenn es ihn gibt- nicht geworden. Die Menschen habe ich als verführbar und ehrgeizig erfahren, aber auch sehr, sehr oft als des Vertrauens und der Liebe wert, die das Leben in uns eingepflanzt hat. 


Geh Deinen Weg, höre auf die innere Stimme, die man Gewissen nennt und denke nach. Es lohnt, wenn Du zu denen gehörst, die bis zu diesem Satz gelesen haben.


Verlasse den Schulhof ohne Sorge. Aber vergiss nicht die Erkenntnis des Sokrates: die schöne Aussicht über das Forum befähigt oft und gerade nicht zu praktischem Urteil in Angelegenheiten der Menschen. Vergiss das Fragen nicht! Aufklärung ist der bessere Teil des Altwerdens. Und gehst Du unter die Menschen, freue Dich, belehre nicht, sondern frage und diskutiere, wie der Willensmensch lieber verhandeln statt behandeln sollte. Du hast auch Wollen in Dir, der Willensmensch auch Verstand in sich. Wieviel davon? Wer weiß? Das ist die Chance zum Handeln und Verhandeln, die das Rudel ausschlägt, aber der Schwarm in uns angelegt hat. 


Artikel 1 und erstes Gebot....


Karlsruhe, Februar 2026


Suchscheinwerfer

Searchlights Als ich meinen Kopf über das Waschbecken hänge, fällt mir der Albtraum wieder ein Das Fahrrad auf dem Boden zeigt nach oben. ...