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Donnerstag, 15. Oktober 2009

an einen Super-DSL- Anbieter

Sehr geehrte Damen und Herren,

habe mich gerade bei einem anderen Anbieter gemeldet und tolle Gehirndrehungen vollführt, die man sonst einem alten Mann nicht zumutet. Mir ist der ganze Ingenieurswahn um zwei Telefondrähte zuwider. Ich werde auch meinem derzeitigen Anbieter nach Abschluß der Laufzeit kündigen.

Ich wollte eigentlich nur komfortabel telefonieren und ins Netz. Dafür muß ich mir einen Gerätepark von unglaublichen Ausmaßen kaufen, kryptische Anweisungen und knotige Verkabelungen ausführen, um schließlich zu hören, dass die Netzverbindungen besetzt sind und käufliche Leistungen von Anbietern oder  noch schnellere Verbindungen bezogen werden können.

Ich danke made in germany und anderswo.
Kann überhaupt noch einer einfach?

KW

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Sarrazynismus,

Spaß unter manchmal gut bezahlten, in der Regel nicht sehr urteilsfähigen Intellektuellen:

In Not geratene Menschen durch Gehässigkeiten so in Rage zu bringen, dass sie so schlecht aussehen wie das Bild, das sie von ihnen blasen, um es den anständigen Bürgern als Wahrheit anzudrehen.

Ziel ist, in Deckung zugehen vor kritischen Fragen zum Bedarf an intellektueller Dürftigkeit in Zeiten, die nach Vernunft verlangen.

Die Republik der frei und gleich geborenen sagt: „Pfui!“

Klaus Wachowski     08.10.2009

Samstag, 3. Oktober 2009

Republik, ein Kompendium jetzt bei lulu.com


ein Auszug aus dem Buch

Familien

Die Auflösung der politischen Gemeinschaft in eine Gesellschaft von locker verwalteten unkontrollierten Clans (zurück ins Nomadenzelt) ist die wohl aktuellste Gefahr für die Republiken. Es gibt erschreckend viele Parallelen zur Entwicklung des römischen Kaiserreichs durch den Umsturz der Republik. Die Verwandlung der politischen Gemeinschaft in eine Festgesellschaft, die durch das Jahr schunkelt, rockt und Ball spielt, das Er-setzen öffentlicher Debatte durch Präsentationen in Talk-Shows, die gewaltigen Festveranstaltungen bei Wahlkämpfen und das Bedürfnis nach Star-Auftritten regierender Eitelkeit, von Berlusconi, Sarkozi, Schröder und Putin bis Bush


lässt das Heraufkommen einer neuen Ära von Cäsaren nicht mehr unvorstellbar erscheinen. Das Protzen und Prunken, das Verteilen von Wellness und öffentlichem Wohlbefinden aus allgemeinen Steuern bringt oppositionelle Meinungen zum Schweigen, Applaudieren oder Mitprofitieren und die Bürger zu dem Gefühl, "die da oben" veranstalteten etwas, das sie da unten ohnehin nichts anginge, so lange die Events, oder zumindest der Anschluss ans Privatfernsehen noch bezahlbar bleiben. Die Bürger ziehen sich ins Private zurück und überlas-sen das Regieren in den Städten und Staaten mächtigen Clans (in den USA sind erste Familiendynastien im hohen politischen Sektor erkennbar). Aber noch ist nicht die Herrschaft von an die Macht drängenden Familien das Gefährliche, sondern der Rückzug der Bürger in die ihren. Der Bürger begibt sich freiwillig seiner Rechte und lässt die Republik, sich und seine Nachbarn, die mit ihm unter gewaltigem medialem Spektakel zum nächsten Event gekarrt werden, im Stich.
Auch das Wort "Familienpolitik" sollte kritische Anhänger der Republik aufhorchen lassen. Neben einem gerechtfertigten Interesse zu sozialem Lastenausgleich wirken hier unziemliche Wünsche zur Formung der Bürgerschaft und zur Zurückdrängung des Individualin-teresses. Es wirkt das sattsam bekannte Interesse an Steuerung von Bürgern, die nicht als Versammlung der Gleichen und der Freien begriffen werden, sondern als zu formende Verwaltungsmasse.
Die Gefahr des Rückfalls in die atavistische Auflösung der Gemeinschaft, das Verschwinden der Person hinter der Familie, dem Clan zeigt sich in Ghettos, vor deren Zaun die Polizei die Macht der Streetgang übergibt und im Aufscheinen von mafiosen Familienvereinigungen im Licht der Talk-Shows.