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Mittwoch, 10. Dezember 2008

Tölz Escape

Sehr geehrter Herr Wachowski,
Wahren Genuss erkennt man an der bleibenden Erinnerung.
Dank für Erkenntnis, Hapag Lloyd!

Aus Leidenschaft die Seele baumeln lassen, die Zeit vom Land lassen, Freiheit genießen, verzaubert werden, den Horizont berühren, an Muscheln horchen, den Rand der Welt entdecken, Geheimnis sprechen, nie gekannte fremde Kulturen studieren. Wie schön!
Ich fahre ins Tölz hinab. Von halber Höhe blicke ich auf den See, lasse ich das Papierflugzeug in ukrainische Erinnerung fliegen.
Wie viel Menschen doch zur gleichen Zeit und am gleichen Ort die Seele baumeln lassen können. Das gibt Knoten! Verzaubert werde ich da gerade nicht. Es fühlt sich eher an wie den Rand der Welt entdecken.
Ob es hier je den Raum Einsamkeit gab für einen Blick in die Schönheit? Ein hängen gebliebenes Tuch Nebel löst sich in den Bäumen. Die Berge recken sich zum Wolken fischen, die Wiesen inhalieren Thau.
In all dem Genießer-Gewimmel gehen zwei Männer. Der eine hat eine Mauer gegen das Schicksal errichtet. Der andere möchte ihn dazu überreden, ein Tor hineinzubauen. Der Hund wedelt Vertrauen bildende Maßnahmen. Eine Bö hat das verletzliche Blau des Himmels frei geweht. Es senkt sich in unruhige Seelen, die das Baumeln nicht lernen wollen. Eine Frauenstimme zaubert Frieden zwischen Vater und Sohn.
Da ist ein Tisch und ein Gespräch. Menschen können einander erkennen. Was für ein Leben!, denkt das Alter. Was für ein Leben würde die Jugend gern schreien?
Die Lady vom Jazz singt: This is not love. In einer Trauer, aus der die Hoffnung klingt.
Escape to life mit Klaus und Erika Mann. Und mich lass den wahren Genuss genießen in der Erkenntnis bleibender Erinnerung. Meine Gedanken horchen an der Muschel fremder Kulturen, verfangen sich, lösen sich im alpenlädischen Kleingeist, frisch im-portiert aus der Berliner Schnauze.
Schau, da baumelt eine Seele...
06.12.08 Klaus Wachowski