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Sonntag, 30. November 2008

Bombayhass

Wie reich musst Du sein, dass man Dich so hasst! Was sind das für Menschen? Jugend kann leicht morden. Deshalb sind Alte wie Karadzic und Milosevic besonders widerwärtig. Bei den Jungen will man’s nicht glauben. Sie lächeln so lieb beim Abdrücken. Sie haben so viel Recht der Not hinter sich. So morden sie Menschen.
Das will nicht Mensch noch Gott. Und nicht Mohammed hat es Dir befohlen, sondern der Sohn eines Händlers vom Basar, der nicht Händler werden durfte und so Hassen übte.
Wir waren jung und zufrieden, als sie Symbole des Systems ermordeten. Unsere Helden hatten so viel Recht der Not hinter sich. So mordeten sie Menschen. Wie sanft sie dabei lächelten!
Unbarmherzigkeit als Unschuld. Ich glotze nicht die Helden-märchen auf der Leinwand. Mir wird schlecht, wenn ich meine Schuld erinnere. Mir wird schlecht, wenn ich sehe, wie wenig Reue auch die Helden meines früheren guten Glaubens haben. Waren wir die Menschen Liebenden doch nicht anders als die nazistischen Menschenhasser?
Weder arm noch reich, liebe ich die Reichen nicht, noch die Armen. Ich hasse nicht die Reichen, noch die Armen, von denen ich komme und viele von ihnen. Ich liebe Menschen, fühle mich den Menschen zugehörig, will kein Wenn und Aber mehr zulassen. Ich verachte den Hass auf die Armen, der aus Hartz IV zischt. Ich ekle mich vor dem Hass auf die Reichen, den wir zuließen.
Diese Republik sagt: Du gehörst dazu. Ich sehe: so gehört es sich unter frei geborenen, arm und reich. Und: Keine Macht der Gewalt noch ihrer dunklen Schwester List.
Das Leiden verlangt nun auch in Bombay Verfolgung und Bestrafung der Täter, ihrer Einheizer und Hassflüsterer. Du, der oder die sie als Helden betrachtet habt, seht ihr sanftes Lächeln beim Abdrücken der Waffen. Gott und Mensch will so etwas nicht. Wendet Euch nicht erst in zwanzig Jahren ab.
Der und die Du sterben musstest, mir nun näher als jene. Ich will so etwas nicht. Lass mich Dir gerecht werden! Das nun folgende Schweigen gehört der Trauer.
29.11.08

Montag, 17. November 2008

Schlapöcher radölen

Dies ist ein Kiesweg aus rundgescheuerten blanken Worten des Jerry Cotton, der Liebe, die dem Grauen trotzt, der Raf und Gottesdiskussion. Die Musik dazu kommt von der kleinen Jenny Superstar, ganz swungen.

Plötzlich ein unheimliches Knacken als Schatten.
Dann verfandelt heftiger Regen die Metropolenguerilla. Es ist die kollektive Befreiung eines Revolutionärs, eines Kaders Wille, Fähigkeit und Führung. Wir konvöluten viele Lösungen.
Das junge Mädchen mit dem trist rabenschwarzen Schulterhaar, den dunklen Augen, Teint und Lippen spürt die grausige Gänsehaut kribbelnd den Rücken hinauf. Sie radölt eine von Schlapöchern übersäte Straße.
Irgendwie fühlt sie Kerle mit Sargschauder. Und Cotton, dieser Wahnsinns-Jaguar, stemmt seine hundert Kilo aus dem Sessel.
Cotton, sind Sie es? brummt eine Männerstimme aus dem Gott sei Dank. Der rundliche kleine Mann dreht den Knauf: Bis der Tod uns scheidet, Baby!
Der Jaguar jagt kopfschüttelnd durch eine Gasse. Der Urknall kommt Grüß Gott. High hat alles arrangiert: Proletariat und Unterwerfung. Halt suchend rudert er Arme, was Schmerz ist oder Schock. Die Tür hat ihn schwarz vor Augen.
Hackett, der schmallippige Mund, lässt Russell Rank und Maria Molinari ein grausames Team des Todes. Das Killer-Paar knallt die Beretta, der schwitzende kleine Mann weicht so gut wie tot. Aber Gott will nicht sterben.
Bald darauf verscheidet Jonathan das wunderbare Kribbeln im ganzen Körper. Es streichelt und liebkost wie zärtliche Hände eines unsichtbaren Liebhabers. Wie Liebe auf den ersten Blick definitiv samtweich dunkle Gedanken des Tages umflattert.
Da sind Schatten von Hochgefühl und glühende, zornige Augen mit der Lautlosigkeit eines Tieres. Miranda zuckt Tränen der Verzweiflung, verdammte Schweine.
Noch schwirrt ihr Bienenstock um Jonathan Sipes und Jackson Manor. Kaum eine Viertelstunde vor Sonnenuntergang aber besuchen die dunklen Wälder von Gonne seltsame Gedanken.
Metropole der Herrschaftsapparate? So blauäugig bist du doch sonst nicht! Phil schüttelt noch lange den Mafiaboss. Nachdem wir den verdammten Haftbefehl, gehe ich Kusshand vom Gas.
*
Nach 20 Jahren kehrt Trewor McGee, ein Comic-Zekner und Alkoholiker, zurück an den Ort des Schreckens mit einer permanenten revolutionären Situation in einer Unzufriedenheit aller Schichten. Miranda seufzt Erinnerungsfetzen wie Nebelschwaden. Das sonderbare Wispern, das wie ihr Name klingt, wie Totenkiste und Vampir.
Er wartet alle Zeit der Welt. Ja er spukt noch immer mit heiseren Schreien durch Deine Träume. Aber ich weiß: diese Nacht erschaudern Wind und Wucht das Schicksal, Miranda.
Die Finsternis kommt mit Deutschlands Gruselprogramm. Ein Fall für Art Grobuc. Ununterbrochen trommeln Regentropfen das Erbe des Wahnsinns. Er weiß Angst, entsetzliche Angst...
Ich steige auf die Bremsen.
*
Alle Achtung grinst ein Jahrgang Gott.
Jonathan lächelt Kamin und wuchtige Ohrensessel. Er greift sanft hinab in dunkel klopfende Herzen.
Lassen Sie mich einen Test, schöne Dame: Sie swungen und nippen etwas seltsam Märchenhaftes. Bitte, verzeihen Sie, wundervollste Frau von Gefühlen und Verzweiflung.

Der gesamte Text kann beim Verlag lulu.com erworben werden