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Sonntag, 13. Juli 2008

Blick von der Elbe

Ich warte auf den Schrei der Schwalbe. Das Wasser fließt in grünen Windungen zwischen Sand und grünem Kraut. Goldenes Licht greift in goldene Felder. Keine Menschenseele haucht dem Bild unter Blau einen Lebenslaut ein.

Die Waggontür knallt auf. Gespräche schäumen durch den Raum. Frauen in Kopftüchern und freie Frauen, Männer aus Orient und Schicht, dunkle, weiße, lärmende Kinder erfüllen den Raum mit glitzerndem Jetzt.

Unter der beschützenden Decke rücken zwei erglühende Körper zueinander. Du schließt die Augen und spürst das Verlangen. Die Ewigkeit spielt warm und feucht an den Ufern Deiner Verletzlichkeit. Ohne den Schritt in die Hingabe wirst Du den Weg zurück zu Dir nicht mehr finden.

Auf einem Platz an der Dorfstraße sehe ich die Schwalben fliegen, hoch über ihren Kreisen den Bogen des Bussard. Ein verirrtes Auto bladdert über das Naturpflaster. In einem der Hoftore dreht sich ein Schlüssel. Die Einsamkeit von zweihundert Häusern bricht in den Frieden vom Abendrot ein. Ich höre den blitzenden Schrei der Schwalben. Ich versinke in Gegenwart.

Dein Wort öffnet mit einem Knall die Tür des neuen Tages.

5.7.08